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BioEnergie Hoffenheim

Geschichte

Frühe Geschichte und erste Erwähnung

Hoffenheim war vermutlich schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die Sieben Hügel im Großen Wald gaben Funde aus der Jungstein- und Bronzezeit frei. Der Ort liegt außerdem an der historischen großen Heerstraße von Speyer nach Wimpfen. Hoffenheim wurde erstmals 773 als Hovaheim im Lorscher Codex erwähnt.

Mittelalterliche Besitzverhältnisse

Die mittelalterlichen Besitzverhältnisse waren kompliziert. Der Ort zählte als reichsritterschaftlicher Besitz zum Ritterkanton Kraichgau. Die Lehensherrschaft über Hoffenheim teilten sich die Grafen von Katzenelnbogen und Österreich. Bereits im 13. Jahrhundert waren die Herren von Gemmingen in Hoven begütert und begründeten hier die Linie von Gemmingen zu Hoven, die um 1450 ausstarb. Sie hatten auch einen Besitzanteil an der ehemaligen Burg. 1409 verkaufte Dieter von Talheim sein Viertel der Burg an die Herren von Hirschhorn. Diese hatten schon seit 1270 durch die Heirat einer Gertrud von Gemmingen die Hälfte von Hoffenheim besessen und damit künftig die alleinige Ortsherrschaft. Unter ihnen wurde der Ort in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts reformiert. 1554 leisteten die Einwohner Widerstand gegen die geforderten Fronleistungen, die erst 1618 genau festgelegt wurden. Auch der Rentmeister in Hoffenheim hat wohl die Untertanenen immer wieder hart gepresst. Nach dem Aussterben der reformatorisch gesinnten Hirschhorner 1632 folgten verschiedene katholische Familien als Ortsherren.
Zur Fronlast und den religiösen Spannungen kamen ab 1621 mehrere Verwüstungen des Ortes im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, während dem der Ort nahezu entvölkert wurde. 1639 wurden noch neun Bürgerfamilien gezählt. 1663 verweigerte die Gemeinde einen Beitrag zum Türkenkrieg, so dass es zu Hinrichtungen und Strafzahlungen kam. 1673 und 1689 wurde Hoffenheim erneut von französischen Truppen heimgesucht.

Alleinbesitz der Freiherren von Gemmingen im 18. Jhd.


Schloss Hoffenheim, erbaut 1781
Von den Herren von Berlichingen ging die österreichische Hälfte des Ortes 1771 an Sigmund von Gemmingen. Dessen Bruder, Freiherr Otto Heinrich I. von Gemmingen-Hornberg (1727–1790), kaufte sukzessiv auch den Rest des Ortes auf. Mit dem Kauf des österreichischen Teils war Hoffenheim schließlich im Alleinbesitz der Familie Gemmingen. Da die Burg bereits im 16. Jahrhundert verfallen war, erbauten und bezogen die Ortsherren 1781 ein neues, heute ebenfalls nicht mehr vorhandenes Schloss (das „Schlössle“). Nach wohl langer Zeit schien Otto Heinrich I. für die Hoffenheimer ein Glücksfall gewesen zu sein. Im Hoffenheimer Heimatbuch schrieb Kirchenrat Heinrich Neu: „Mit Otto Heinrich I. von Gemmingen bekam die Gemeinde erstmals einen Herren, für den sie nicht nur ein Handelsobjekt, sondern eine sittliche Aufgabe bedeutete.“ Um etwa 1790 erwarben die Freiherren von Gemmingen auch ein Drittel des Frucht- und Weinzehnten des benachbarten Dielheim. Diesen Weinzehnten verkauften sie dann alsbald an Ernst von Gemmingen, der damals im ebenfalls benachbarten Michelfeld saß.

Otto Heinrich II. von Gemmingen-Hornberg, Ortsherr ab 1790
Nach dem Tod von Otto Heinrich I. von Gemmingen-Hornberg 1790 geht Hoffenheim zu gleichen Teilen an den Schriftsteller Otto Heinrich II. von Gemmingen-Hornberg (1755–1836) und an dessen minderjährigen Halbbruder Sigmund, der aus der zweiten Ehe seines Vaters mit der Tochter dessen Bruders stammt, der wegen der Ungeschicklichkeit einer Kindsmagd eine Treppe hinunter stürzte und dadurch schwachsinnig und taub geworden sein soll. Otto Heinrich II. verkaufte jedoch noch im gleichen Jahr seinen Anteil an Hoffenheim seinem minderjährigen behinderten Bruder für 40.000 Gulden und zog 1791 nach Maudach, führte jedoch weiterhin die Geschäfte in Hoffenheim.
Wenige Wochen nach dem Tod seines Vaters erließ Otto Heinrich II. von Gemmingen am 26. März 1790 eine Verordnung über die Aufgaben des Gemeinderats, die Verwahrung der Einnahmen, die Durchführung der Fronpflichten, der Gerichtstage sowie den Umgang mit Tagelöhnern, Wanderrbeitern und Musikanten.
1799 kam es erneut zu Kampfhandlungen mit Franzosen in Hoffenheim. Während der gesamten Kämpfe, in deren Verlauf der Ort vier Mal von Franzosen befreit wurde, wurde Hoffenheim am schwersten in Mitleidenschaft gezogen. Unterdessen presste Otto Heinrich II. immer mehr Geld aus den Bewohnern seiner Güter ab, da er sich durch seinen Schwager Franz von Sickingen in finanzielle Schwierigkeiten hatte ziehen lassen. Er erhöhte die Fronarbeiten selbst dann noch, als sein Land mit der Mediatisierung der Reichsritterschaft 1806 als selbständige Gemeinde an Baden gefallen war.

Selbständige badische Landgemeinde ab 1806

In badischer Zeit ab 1806 hatte Hoffenheim zunächst große Einquartierungen zu erdulden, jedoch kam es auch zu einer gewissen Ruhe als Handwerker- und Bauerndorf, das insbesondere vom Tabakanbau profitierte. Um 1817 kam es zur Gant (Konkurs) Otto Heinrichs II., und seine Gläubiger begannen, den verpfändeten Wald abzuholzen. Die Hoffenheimer Bürger wollten die Holzfäller in großer Schar mit Sensen, Prügeln und anderem Gerät an ihrem Treiben hindern. Otto Heinrich II. forderte daraufhin badische Soldaten an, um sein verbrieftes Recht zu verteidigen. Die Hoffenheimer Seitenlinie derer von Gemmingen starb nach drei Generationen aus. 1832 wurde in Hoffenheim die Fronarbeit abgeschafft. 1841 konnte die Kirche erneuert, 1852 ein Schulhaus gebaut werden. Die kleinteilige Parzellierung der Ackerflächen durch Erbteilung brachte für viele Bewohner wirtschaftliche Not mit sich, so dass es im 19. Jahrhundert verstärkt zur Ab- und Auswanderung kam.

Hoffenheim seit dem Zweiten Weltkrieg

Eine bedeutende Veränderung brachte der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf bereits viele Evakuierte aufgenommen wurden (1939 wurden 1359 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1616[1]), und nach dessen Ende die Gemeinde nochmals rund 1000 Flüchtlinge eingliedern musste. Nach 1948 wurde die Infrastruktur des Ortes durch Baulanderschließung, Wegebau, Wasserversorgung und Kanalisation vielfach verbessert. Die Ansiedlung von Industriebetrieben schuf Arbeitsplätze am Ort. Im Zuge der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 wurde Hoffenheim am 1. Juli 1972 nach Sinsheim eingemeindet.
Durch die sportlichen Erfolge des Fußballclubs TSG 1899 Hoffenheim hat das Dorf seit einigen Jahren bundesweite Bekanntheit erreicht.

Religionen

Der Ort wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch die Herren von Hirschhorn reformiert und war danach fast rein lutherisch gesinnt. Mit dem Übergang zu einer katholischen Ortsherrschaft 1632 gab es auch wieder verstärkt Katholiken am Ort. Die katholische Gemeinde wuchs jedoch erst mit dem Zuzug von Flüchtlingen nach 1945 stark an. Am Ort bestand einst auch eine jüdische Gemeinde, die um 1750 eine Synagoge errichtete. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, im November 1938 jedoch während der Reichspogromnacht zerstört, anschließend abgebrochen und mit einem Wohn- und Geschäftshaus überbaut. 1940 wurden alle jüdischen Mitbürger Hoffenheims ins französische Lager Gurs deportiert.[2]